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Opernkarten und Operntickets für
LA FORZA DEL DESTINO
in der Staatsoper Unter den Linden in Berlin
Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi Text von Francesco Maria Piave und Antonio Ghislanzoni nach dem Drama »Don Álvaro, o la fuerza del sino« von Angel de Saavedra Herzog von Rivas und »Wallensteins Lager« von Friedrich Schiller
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln | Dauer 3:30 h
Stefan Herheim hat mit seiner ersten Operninszenierung in Berlin erneut unter Beweis gestellt, dass er wie kaum ein anderer seiner Generation private Wünsche und Zwänge im Kontext gesellschaftlicher Gegebenheiten herausarbeiten kann. Es war nur nahe liegend, sich dabei mit einem Werk desjenigen Komponisten zu beschäftigen, der immer wieder die Spannung zwischen Individuum und Gesellschaft im 19. Jahrhundert auf besonders intensive Weise in Musik gesetzt hat.
Darüber hinaus ist »La forza del destino« Verdis melodienreichste Oper: Neben den großen Arien und Duetten der drei Protagonisten komponierte Verdi breit angelegte Ensembles für die Genre-Szenen im Kloster und auf dem Schlachtfeld. Verdi vermittelt ein breites cinemascope-ähnliches Panorama mit adligen Protagonisten, die in politischen Wirren ihre privaten Ehren- und Liebesangelegenheiten ausfechten, unterstützt auch durch zwielichtige Charaktere wie eine Marketenderin und einen buffonesken Klosterbruder. Stefan Herheim hat dieses Panorama in symbolträchtige, anspielungsreiche Bilder gesetzt, die neben der Veranschaulichung der Geschichte auch die Rezeption des Werkes reflektieren lassen und zu einer Auseinandersetzung über Kunst, Politik und unseren Kulturbegriff im Spannungsfeld von Öffentlichkeit und Privatheit führen.
Handlung LA FORZA DEL DESTINO
I. TRAUM: DER MANN FORDERT LIEBE Der Marchese di Calatrava hält seine Tochter Leonora von dem sie begehrenden, nicht standesgemäßen Exoten Don Alvaro fern. Leonora ist zerrissen und von Schuldgefühlen gepeinigt; ihre Situation erscheint ihr ausweglos.
II. TRAUMA: DER MENSCH ZWISCHEN LEIDENSCHAFT UND GEHORSAM Als Alvaro nachts kommt und sie endlich zur Flucht bewegen kann, wird er entdeckt. Er nimmt alle Schuld auf sich, doch seine Demutsgeste tötet den Marchese. Sterbend verflucht der Vater seine Tochter.
III. TRAUMFABRIK: MENSCHEN SUCHEN EINE REALITÄT ZWISCHEN WACHEN UND TRÄUMEN Leonora und Alvaro sind bei der Flucht voneinander getrennt worden. Als Mann verkleidet trifft sie unerkannt unter Maultiertreibern auf ihren Bruder Don Carlo.
IV. IDENTITÄTSPRODUKTION: MACHTKAMPF UM DIE KUNST DER ILLUSION Um den Vater zu rächen, sucht Carlo in der Maske des Studenten Pereda die beiden Liebenden. Preziosilla durchschaut Carlos falsches Spiel. Sie verführt zum offenen Konflikt; eine Pilgerschar mahnt zum Gebet.
V. VISION: DIE FRAU ERFINDET IHR HEIM Leonora glaubt, Alvaro hätte sie verlassen und flüchtet in ein Kloster, um zu büßen.
VI. TOD UND VERKLÄRUNG: FRAU UND MANN ALS OPFER Leonora erzählt Padre Guardiano ihre Geschichte und erfleht seinen Schutz. Er weist sie an, sich in Mönchskutte zu verbergen und in eine Einsiedelei zurückzuziehen. Guardiano verbietet seinen Glaubensbrüdern strengstens, dieses Geheimnis zu erforschen.
VII. KUNST-STÜCK: DIE ERINNERUNG AN DEN TRAUM PRODUZIERT DESSEN VERKEHRUNG Alvaro glaubt Leonora tot und kämpft in Italien unter falschem Namen; er rettet einem Landsmann das Leben. Es handelt sich um Don Carlo, der ebenfalls einen Decknamen führt. Die beiden geloben einander Treue bis in den Tod und ziehen gemeinsam in die Schlacht.
VIII. SEELENSPALTUNG: DER MANN RINGT MIT TOD UND LEBEN Alvaro wird schwer verletzt. Er nimmt Abschied von seinem Freund und lässt ihn schwören, alle Hinweise auf seine Existenz zu vernichten. Carlo wird misstrauisch und entdeckt durch ein Bild seiner Schwester Leonora die wahre Identität des Freundes: Er erkennt in ihm den gesuchten Alvaro.
IX. TRAUMSCHLEIFE: DER MANN KÄMPFT UM LEBEN UND TOD Nach dessen Genesung fordert der wütende Carlo ihn zum Duell. Herbeieilende trennen die Kämpfenden und Alvaro will verzweifelt in einem Kloster Zuflucht suchen.
X. KRIEGSKUNST ALS KUNST-KRIEG: DIE MENSCHEN RESTAURIEREN SICH Es versammeln sich Kriegsbeteiligte: Preziosilla liest Soldaten aus der Hand, Bauern betteln um Brot, ein Händler bietet Waren feil, Rekruten bedauern ihr Schicksal – das Volk steigert sich in eine Tarantella, die durch die Moralpredigt Melitones unterbrochen wird. Dieser wird wieder verjagt und alle vereinen sich zu einem Lied des Krieges.
XI. SCHAU-PLATZ: KUNSTGENUSS ALS WIRKLICHKEITSERSATZ Die Armen erhalten eine Speisung durch den ungehaltenen Melitone.
XII. APOTHEOSE: DIE ILLUSION ERLÖST VON DER REALITÄT UND FORDERT IHREN PREIS Alvaro hat sich als Bruder Raffaele ins Kloster zurückgezogen, doch Carlo macht ihn auch dort ausfindig. Alle Versuche Alvaros ihn zu besänftigen schlagen fehl; Carlo wird im Duell tödlich verwundet. Um ihm die letzte Beichte zu ermöglichen, eilt Alvaro zur Einsiedelei und trifft auf Leonora. Sie beugt sich über ihren sterbenden Bruder, dieser erfüllt seine Racheschwüre und ersticht sie. Der herbeieilende Guardiano verspricht ihr Gottes Segen.
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