Faustus, The Last Nightin der Staatsoper Unter den Linden in BerlinOper in einer Nacht und elf Nummern von Pascal Dusapin VORWORT: Werkeinführung durch die stückbegleitende Dramaturgin 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn Faustus, The Last Night wird zur Zeit nicht aufgeführt! Pascal Dusapin zählt zu den bedeutendsten und meistgespielten zeitgenössischen Komponisten Frankreichs. Seit Ende der 80er-Jahre nehmen Werke für die Musiktheaterbühne einen immer größeren Stellenwert innerhalb seines umfangreichen künstlerischen Schaffens ein. Nach »Roméo & Juliette« (1985-88) und »Medeamaterial« (1990) nach Texten von Heiner Müller, nach der Kammeroper »To Be Sung« (1992-93) und zuletzt »Perelà - Uomo di Fumo« wendet sich Dusapin mit der Uraufführung von »Faustus, the Last Night« einem sehr deutschen Mythos zu, wobei er sich weniger auf Goethe als auf das Drama des Shakespeare-Zeitgenossen Christopher Marlowe bezieht. Die Handlung der Oper Faustus, the Last NightIn elf Stationen führt Dusapin Faustus durch dessen letzte Nacht: Begleitet von einem um alle Antworten verlegenen Mephistopheles stellt Faustus die großen Fragen nach Raum und Zeit, Anfang und Schöpfung der Welt, nach dem Verlust des Glaubens und nach der eigenen Identität, während die Nacht ihren gewaltigen Bogen zum nächsten Tag schlägt. Kammerspielartig umgeben ihn Figuren aus anderen literarischen Zusammenhängen: ein sich verzehrender Engel, der Werken von William Blake entsprungen sein könnte, ein shakespearescher Sly an der Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit und ein beckettscher Togod an der Schwelle zum Nichts. Peter Mussbach hat bereits mit großer Bildgewalt Dusapins letzte Oper »Perelà« in Paris zur Uraufführung gebracht. Michael Boder wird zum ersten Mal in einer Neuproduktion am Pult der Staatskapelle Berlin stehen, das Künstlerduo Elmgreen & Dragset wird für diese Oper erstmals ein Bühnenbild entwerfen. Peter Mussbachs Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern, wie Robert Longo, Jörg Immendorff oder in der vergangenen Spielzeit Jimmie Durham bei »Chief Joseph«, die Begegnung der Kunstform Oper mit anderen Künsten, findet hier ihre Fortsetzung.
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