Opernkarten und Operntickets fürELEKTRAin der Staatsoper Unter den Linden in Berlin Tragödie in einem Aufzug Staatskapelle Berlin, Staatsopernchor | 1:50 h - ohne Pause Mit »Elektra«, uraufgeführt 1909 in Dresden, begann die jahrzehntelange Zusammenarbeit zwischen Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal. Erzählt wird die Geschichte der mykenischen Königstochter Elektra, die besessen ist von der Erinnerung an den Mord an ihrem Vater Agamemnon. Als dieser aus dem Krieg heimkehrte, wurde er von seiner Frau Klytämnestra und ihrem Geliebten Ägisth erschlagen. Elektra lebt von der Hoffnung auf Orest, ihren Bruder, der den Vatermord rächen soll. Hofmannsthal hatte sich im Zusammenhang der Entstehung seiner Tragödie mit Freuds Hysteriestudien beschäftigt und so dem antiken Stoff in der Ausgestaltung der Charaktere einen modernen Aspekt gegeben. Auch Strauss war sich des Neuen der »Elektra« bewusst und schrieb: »Der Wunsch, dieses dämonische, ekstatische Griechentum des 6. Jahrhunderts Winckelmannschen Römerkopien und Goethescher Humanität entgegenzustellen, gewann das Übergewicht über die Bedenken, und so ist »Elektra« sogar noch eine Steigerung geworden in der Geschlossenheit des Aufbaus, in der Gewalt der Steigerungen, – ich möchte fast sagen: Sie verhält sich zu »Salome« wie der vollendetere, stileinheitlichere »Lohengrin« zum genialen Erstlingswurf des »Tannhäuser«. Beide Opern stehen in meinem Lebenswerk vereinzelt da: Ich bin in ihnen bis an die äußersten Grenzen der Harmonik, psychischer Polyphonie (Klytämnestras Traum) und Aufnahmefähigkeit heutiger Ohren gegangen.« Mit diesem Werk wies Strauss in Harmonik und Melodik am weitesten und konsequentesten in seinem gesamten Oeuvre in die kommende Klangwelt des 20. Jahrhunderts voraus. Handlung in ELEKTRAKlytämnestra und Aegisth haben den König Agamemnon erschlagen. Klytämnestra ist in vollem Bewusstsein ihres Rechtes: Ihr Mann Agamemnon hat dem Krieg gegen Troja die gemeinsame Tochter Iphigenie geopfert. Elektra akzeptiert dieses Recht nicht, ihr einziger Gedanke ist, den Vater Agamemnon zu rächen. So hält sie, die sich aus der Gemeinschaft aller ausgegrenzt hat, für sich und die anderen das Bewusstsein von der Tat und von Rache aufrecht. Kein Leben soll es geben, bis der Mord gesühnt und Agamemnon von seinen und Klytämnestras Kindern, Elektra, Chrysothemis und Orest, ehrenvoll begraben ist. Chrysothemis aber fordert ihr Leben jetzt: Eine Frau will sie sein, Kinder will sie haben. Elektra wartet auf die Rückkehr des Orest, der nach dem Mord als rechtmäßiger Erbe und somit Gefährdung der neuen Herrschaft in die Fremde geschickt worden war. Erstarrte Rituale beherrschen das Geschehen: Elektra beschwört den toten Vater, Klytämnestra sucht im Opfer, in Strömen von Blut, ihre Ruhe zu finden. Das rechte Opfer aber, so Elektra, kann nur die Mutter selber sein. Die Nachricht vom Tode des Orest lässt Klytämnestra aufatmen, die Bedrohung scheint vorbei. Doch die Nachricht ist falsch. Als Elektra sich zur Tat entschließt, allein, da Chrysothemis nicht zur Mithilfe zu gewinnen ist, erscheint Orest. Er führt seinen Auftrag aus, tötet Klytämnestra und Aegisth, er übernimmt die Herrschaft, mit neuer Schuld beladen. Elektra, die dem Gedanken an Rache gelebt hat, ist überflüssig geworden. Nicht einmal die lange aufbewahrte Tatwaffe, das Beil, hat sie Orest geben können. Schweigen und tanzen kann nur noch ihre Bestimmung sein, ausgebrannt bricht sie zusammen. |
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