Oper von Carl Maria von WeberDer Freischützin der Staatsoper Unter den Linden in Berlin Oper in drei Abteilungen Der Freischütz wird zur Zeit nicht aufgeführt! Nicht ein Held, sondern die Natur, insbesondere der deutsche Wald, ist Hauptdarsteller im »Freischütz«, und die handelnden Personen erscheinen nur als seine Symbole. In der mystischen Atmosphäre des Waldes gedeihen in gleicher Weise das fröhliche Treiben des Jagdlebens und das finstere Walten der dämonischen Mächte. Webers geniale Phantasie wusste beide Welten, die heimelige wie die unheimliche, durch die Ausdruckskraft seiner Musik packend zu gestalten. Unvergängliche Melodien, die lebendige musikalische Zeichnung und nicht zuletzt eine dem Denken und Fühlen des Volks entsprechende Gestaltung des Stoffes verleihen Webers Werk eine seltene Volkstümlichkeit. Die Handlung der Oper Der FreischützERSTER AUFZUGDie von starren Konventionen bestimmte Gesellschaft droht, Max, dem Zweiten Jägerburschen, seine geliebte Agathe, die Tochter des Erbförsters Kuno, zu verweigern und ihre gemeinsame Zukunft, letztlich ihre Existenz zu zerstören, sollte er beim obligatorischen Probeschuss nicht treffen. Dieser seit Urvater Kunos Zeiten verordnete Brauch erhält so die Bedeutung und Tragweite eines Fluchs. Je näher der schicksalsträchtige Tag des Probeschusses rückt, desto mehr versagt Max. Beim Sternschießen gewinnt sogar der Bauer Kilian gegen ihn den Schützenpreis. Aus Verzweiflung lässt sich Max durch Kaspar, den Ersten Jägerburschen, der selbst erfolglos um Agathe warb, zu den dunklen Mächten treiben, die in Samiel verkörpert sind. ZWEITER AUFZUGAgathe ist verwundet, nachdem ihr das Bild des Urvaters Kuno auf den Kopf gefallen ist. Sie wartet sehnsüchtig auf Max. Ännchen, eine unverheiratete Verwandte, versucht, die bekümmerte Braut zu erheitern. Agathe schöpft Zuversicht und Hoffnung aus den vom frommen Eremiten geweihten Rosen. Endlich kehrt Max heim, doch Agathes freudige Erleichterung schlägt in ahnungsvolles Entsetzen um, als ihr Geliebter in die Wolfsschlucht forteilt. Verwandlung. Kaspar, der Max um Mitternacht in der Wolfsschlucht erwartet, steht im Pakt mit dem Schwarzen Jäger Samiel, der Personifikation des Bösen. Kaspar hat nur noch einen Tag zu leben. Sollte es ihm jedoch gelingen, Samiel eine Seele als Ersatz für die seinige zuzuführen, so wird diese Frist ein weiteres Mal um drei Jahre verlängert. Max erscheint zum vereinbarten, geheimnisvollen Treffen. Sein Abstieg in die Schlucht wird zum Gang ins Innere, ins Unterbewusstsein. Düstere Visionen und Zwangsvorstellungen quälen ihn: Die Wolfsschlucht erscheint als facettenreiches, psychoanalytisches Kaleidoskop einer gefolterten Seele. DRITTER AUFZUGAgathe ist allein in ihrem Zimmer. Sie ist wehmütig und sucht Trost im Gebet. Ännchen kommt hinzu und bemüht sich, Agathe aufzumuntern und ihre unheilvollen Gedanken zu zerstreuen. Die Brautjungfern erscheinen, doch statt des Brautkranzes enthält ihre mitgebrachte Schachtel einen Totenkopf. Nun soll die Brautkrone aus den weißen Rosen gewunden werden, die Agathe vom Eremiten erhielt. Verwandlung. Kaspar hat seine Freikugeln verschossen. Max besitzt nur noch eine einzige, die er sich für den Probeschuss aufhebt. Es ist die magische siebente, deren Lauf Samiel bestimmen kann. Fürst Ottokar bestimmt für Max eine weiße Taube als Ziel des Probeschusses. Max legt an und schießt. Agathe und Kaspar sinken zu Boden. Durch das Eingreifen des Eremiten traf Max mit seiner letzten Freikugel jedoch nicht Agathe (wie von Samiel beabsichtigt), sondern sein alter ego Kaspar, der mit einem Fluch auf den Lippen stirbt. Max muss die Verwendung der Freikugeln gestehen. Als er von Ottokar des Landes verwiesen wird, tritt der Eremit auf. Er empfiehlt, den Brauch des Probeschusses aufzugeben und Max, statt ihn zu verbannen, ein Probejahr aufzuerlegen. Bewährt er sich, soll er Agathes Hand erhalten. Der Eremit bewirkt so ein vordergründig freudiges Ende. Max und Agathe bleiben allein zurück. Was wird aus ihnen?
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